Es ist wieder Donnerstag – 13. Dezember

In ganz Österreich wird es wieder Demos geben:

In Graz, Innsbruck, Linz, und in Wien.

Treffpunkte sind für die OMAS GEGEN RECHTS:

Wien: 18:00 Uhr am Yppenplatz in 1160 Wien

 

Linz: 18:00 Uhr Schillerplatz in Linz

Innsbruck: 18:00 Uhr bei der Annasäule in Innsbruck

Graz: 18:00 Uhr Start am Griesplatz (Nord)

In Wien wird es danach eine Jahresabschlusspause geben bis zum 10. Jänner 2019.

In Kärnten ist die nächste Donnerstagsdemo am 10. Jänner 2019 in Klagenfurt.

Infos

In Innsbruck werden die Demos auch über den Jahreswechsel hinweg weiter veranstaltet.

 

Heute wieder Donnerstag 6.12.

Der Treffpunkt in Wien ist um 18:00 vor dem Bahnhof Wien Mitte.

Die Demo-Route geht quer durch die Innenstadt:

 

In Klagenfurt treffen sich die OMAS um 18:00 im Lendhafen.

In Innsbruck treffen sich die OMAS um 18:00 bei der Annensäule.

Frankreich und Japan entdecken die OMAS GEGEN RECHTS

Das französische Frauenmagazin hat eine Reportage über die OMAS GEGEN RECHTS in Wien gemacht. Den Originalartikel kann man als PDF herunterladen.

PDF Download Causette

Auch in Asien ist man auf die OMAS GEGEN RECHTS aufmerksam geworden.

Hierzu ein Screenshot einer japanischen Seite, mit Dank an OMA Gertrud Graf in Berlin!

 

Programm der OMAS für Dezember 2018

Ein sehr aktives Jahr geht dem Ende zu. Die OMAS präsentieren das Programm bis zum Jahresende 2018.

Noch mehrmals wollen wir alles Energie und Motivation zusammen nehmen, denn es wird nun ein Jahr, dass diese Regierung von ÖVFPÖ angelobt wurde und ihr unseliges Programm umzusetzen begann. Wir machen weiter Widerstand, vor allem, da nun sehr deutlich sichtbar wird, was an Werten und gesellslchaftlich akzeptierten Einrichtungen, wie der Sozialstaat und wie das friedliche Miteinander in unserer Republik zerstört werden soll! Die Beispiele der letzten Tage haben es gezeigt!

OMAS GEGEN RECHTS als „special guests“

Die OMAS GEGEN RECHTS waren „special guests“ bei der Nacht der Vielfalt der Volkshilfe im DC Linz.
Großer Applaus für das Interview mit Monika Salzer und das OMAS-Lied. Danke an alle OMAS, die mitgemacht haben, danke an Helga Schobesberger für die Chorleitung.
Wir haben gesungen, getanzt und gelacht – einfach ein toller gemeinsamer Abend, der in Erinnerung bleibt.

Jour Fixe mit Florian Scheuba

Voila, das war der tolle Abend mit Florian Scheuba und den OMAS, Fotos von eSel.

Zur VIENNA ART WEEK eröffneten die „OMAS GEGEN RECHTS“ einen Jour Fixe   als Treffpunkt und Aktionsraum. Heilsversprechen aus Kunst und Politik werden kritisch diskutiert, die Potenziale von Kunst und Kultur für Demokratie und Zivilgesellschaft ausgelotet.

Susanne Scholl als Moderatorin begrüsste den Kabarettisten Florian Scheuba. Trotz des ernsten Themas wie Kunst und Kabarett gesellschaftskritisch agieren können und ob die politische Realität die Kabarettszene nicht längst überholt hat, war es ein humorvoller Abend, der wieder viel Motivation für die kommende Zeit lieferte.

Berichte aus dem Paradies (2)

Die Veranstaltungen im Rahmen der Vienna Art Week im Museumsquartier laufen sehr gut. Dienstag war das Schülerprojekt, begleitet von Caroline Koczan und den Lehrer*innen.

Mittwoch war die Antirassismus Organisation ZARA zu Gast im MQ. Es gab viele Fragen und lebhafte Diskussion. Jedenfalls wird es weitere Treffen geben, auch mit Trainings zu den Themen „Hass im Netz und Diskriminierung“.

Heute Donnerstag wurde vormittag der Film vorgestellt, den die Schüler*innen der NMS Schopenhauerstrasse mit OMAS gedreht haben: „Oma, bitte erzähl mal.“ Der Film wurde auf You Tube veröffentlicht und kann abgerufen werden: LINK

Heute abends erst die do! Donnerstagsdemo und um 20:00 die Kabarettvorstellung mit Jenny Simanowitz und Margaret Carter: „Who´s afraid of a Jewish Mother?“

 

Tag 1 – Widerstand im Paradies

Es versammelten sich etwa 60 OMAS und zogen mit Katzenmusik und Keppelchor durch das Museumsquartier. Da es schneite und sehr kalt war, nahm die Route ihren Weg auch durch den Innenbereich, durch Geschäfte und Lokale im MQ. Die Reaktion der Menschen war sehr positiv. Asiatische Touristinnen war ganz speziell interessiert und begeistert und so werden die OMAS wohl auch in Japan oder Korea bekannt werden. Zum Abschluss wurde das OMA-Lied vor dem Volkstheater gesungen.

  

Im Raum D/Q21 erwartete die OMAS eine tolle Stärkung mit Kuchen, Kaffee und Käsestangerln. Danach gab es berührende Erzählungen über Widerstand, wie er entsteht, wie er erfolgreich organisiert werden kann. Viel Zustimmung, herzliches Lachen und gemeinsames Nachdenken, etwa 60 OMAS saßen beisammen,  ein wunderbarer Nachmittag.

  

  

  

Fotos: Mit Dank an Esel, Caroline Koczan und Ricki Merkl

  

 

 

 

Heute, TAG 2,  ist die Jugend dran – Schüler*innen arbeiten an einem Projekt. Sie werden es uns am Donnerstag vorstellen und uns auffordern: „Oma erzähl mal“ Donnerstag von 10:00 – 12:00 Uhr. Sie werden von ihren Lehrer*innen und von Caroline Koczan betreut und angeleitet.

OMAS Kampf gegen den Kanzler

Das dänische Fernsehen machte rund um den Nationalfeiertag eine Dokumentation über die Proteste der OMAS GEGEN RECHTS und die Situation in Österreich. So wie Michael Reiter von DR TV es darstellt ist Österreich ein sehr gespaltenes Land. Schade ist, dass die Kommentare von Michael Reiter nur auf Dänisch sind. Da können die meisten von uns die Stimmung, die das Video vermittelt leider nur erraten.

Hier nun der LINK

 

Antisemitismus Kongress der ÖH – die Rede von Susanne Scholl

Rede beim Antisemitismus-Kongress der ÖH am 15.11.18

Meine Mutter war 22 Jahre alt, als sie 1938 aus diesem Land fliehen musste.
Ihre Eltern waren jünger, als ich heute bin.
Sie hatten ihre vier Töchter dazu gedrängt, dieses von den Nazis besetzte Land zu verlassen. Die Jungen, so sagten sie, hätten hier keine Zukunft, ihnen, den Alten, werde schon nichts passieren.
Meine Mutter hat bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 behauptet, sie habe vor 1938 nie Antisemitismus in Wien erlebt. Das lag aber wohl an ihrer durch die Vertreibung bedingten Verklärung dieser Stadt, die ihr immer Heimat war. Denn natürlich wissen wir inzwischen, dass diese Wahrnehmung einfach nicht der Realität entsprach.
Antisemitismus war und ist immer schon da gewesen und dient vor allem auch dem Kampf gegen eigene Minderwertigkeitskomplexe gegen Ohnmachts- und Hoffnungslosigkeitsgefühle.
Vor kurzem habe ich im Konzerthaus den Film „Stadt ohne Juden“ nach dem Roman von Hugo Bettauer gesehen.
Das Buch Bettauers hatte ich vor vielen Jahren voller Erstaunen gelesen.
Denn da wurde in den späten 1920er Jahren ganz eindeutig über den überhand nehmenden Antisemitismus in diesem Land gesprochen – lange bevor die deutschen Nazis Österreich vereinnahmten.
Für mich, die Nachgeborene – die Zeitzeugin der zweiten Generation –war zweierlei verblüffend. Zum ersten Bettauers Feststellung, wie sehr Österreich ohne Juden verarmen würde, im wörtlichen wie im geistigen Sinn. Zum zweiten aber seine Überzeugung, dass man die Juden bitten würde zurück zu kommen und sie mit Jubel empfangen würde.
Wir alle wissen heute, dass dem natürlich nicht so war.
Als meine Mutter 1946 aus der englischen Emigration zurückkehrte wusste sie nichts Genaues über das Schicksal ihrer Eltern. Auf der Suche nach Informationen kam sie in ihr altes Wohnhaus und traf dort eine ehemalige Nachbarin. Und die sagte ihr, ihr Vater, mein unbekannter Großvater, habe ihr, der Nachbarin, seinen wertvollsten Besitz anvertrauen wollen, seinen Radioapparat. Als man ihn holen kam. Sie aber, die Nachbarin, habe diesen nicht nehmen wollen, sie habe gedacht, es liege ein Fluch darauf.
Soviel zur weit verbreiteten Behauptung, man habe nicht gewusst, was da geschehe.
Meine Großeltern sind kaltblütig ermordet worden. Bevor man sie nach Maly Trostinec bei Minsk deportierte hatte man sie aus ihrer Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung noch in eine Sammelwohnung gezwungen. Es hatte noch jemanden gegeben, der ihnen ihre schäbige Wohnung neidete. Sie wurden in einem Viehwaggon transportiert und weil die Mörder am Wochenende nicht arbeiteten liess man sie im Sommer 1942 drei Tage ohne Wasser und Brot in den Waggons warten, bevor man sie hinaustrieb vor den Graben, in dem die Leichen der vor ihnen Ermordeten lagen.
Das erfuhr meine Mutter, als sie aus der Emigration zurück kehrte. Und glauben sie mir, keiner hat sie mit offenen Armen empfangen. Keiner hat versucht, ihr beizustehen, als sie das Unvorstellbare erfuhr, als man ihr Schwarz auf Weiss erklärte, was man ihren Eltern angetan hatte.
Der Antisemitismus der Nazis ging damals am Ende des Krieges in den Untergrund aber der alltägliche Antisemitismus blieb fortbestehen.
In diesem Land genau so, wie in unseren Nachbarländern.
Ich bin eine Nachgeborene. Aber auch ich, die aufgewachsen ist mit dem Versprechen, dass sich nie wiederholen werde, was so unglaublich und doch geschehen ist, habe schon als Kind gelernt, dass man sich besser unsichtbar macht, wenn wieder der Hass die Stimme erhebt.
Einige Beispiele:
Da geht’s zu wie in einer Judenschule – gesprochen von einem Mann während eines Schulschikurses, als ich 13 Jahre alt war.
Ich hab an Jud – erklärt von einem Schulkollegen, dessen Zigarette nur halb angezündet war.
Der Kreisky der Saujud – meiner Mutter und mir während einer Taxifahrt mitgeteilt.
Ich kann diese Liste beliebig fortsetzen. Und ich kann sie aktualisieren.
Die Ausländer, die können ja alle nicht arbeiten. Die machen hier alles kaputt und wir müssens dann aufräumen.
Die sind fremd, die kennen unsere Werte nicht.
Die wollen wir hier nicht haben.
Ja, heute bezieht sich der Hass nicht mehr unbedingt nur auf die Juden.
Wobei ich nicht umhin kann Tom Lehrer zu zitieren, der in einem seiner wunderbaren Songs aufgezählt hat, wie jede Gruppe von Menschen eine andere Gruppe Menschen ablehnt, am Ende aber feststellt: And everybody hates the Jews. Und alle zusammen hassen die Juden.
Also – trotz dieser Weisheit.
Heute braucht man nicht mehr unbedingt nur die Juden als Hassobjekt.
Heute müssen auch Muslime dazu herhalten, Menschen mit anderer Hautfarbe und anderen Lebensgewohnheiten. Menschen mit Verfolgungsgeschichten auf der Suche nach einem Ort zum menschenwürdig leben.
Damals wollte keiner die Juden haben. Stefan Georg Troller hat es in einem Interview zusammengefasst, in dem er erzählte, dass man den den Mördern entkommenen Juden vorwarf, anderen ihre Jobs wegnehmen zu wollen.
Willkommen waren die Flüchtenden damals nur dort, wo man ihre Arbeitskraft brauchen konnte.
Kommt ihnen das bekannt vor?
Die Eltern meines Vaters sind noch im Dezember 1939 vor den Nazis nach Belgien geflüchtet.
Und die belgische Polizei behandelte sie wie Kriminelle.
Sie mussten sich jede Woche melden. Und jede Woche drohte man ihnen mit der Abschiebung, zurück nach Nazi-Deutschland – Österreich existierte ja nicht mehr.
Auch daran muss ich denken, wenn ich abschlägige Asylbescheide lese, in denen es heißt, es gebe keinen Grund, Menschen nicht ins lebensgefährliche Afghanistan zurück zu schicken.
Mein Großvater schrieb damals an meinen Vater in England, er wisse nicht, was aus ihm und meiner Großmutter werden sollte, wenn man sie nach Deutschland zurück schicken würde.
Es hat nichts genützt.
Mein Großvater starb bei einem deutschen Bombardement.
Meine Großmutter wurde in Auschwitz ermordet.
Diese meine Großeltern haben sich selbst nie als Juden verstanden – und doch zwang man sie vor ihrem Tod noch die jüdischen Namen Israel und Sara ihren ganz normalen deutschen Namen Emil und Agnes hinzu zu fügen.
Heute reden wir nicht mehr von Israel und Sara sondern von Ali und Mustafa, mokkieren uns über Frauen mit Kopftüchern und all zu viele fühlen sich im Recht, wenn sie „denen“, den „anderen“ eigentlich ihr Lebensrecht absprechen.
Nein, ich will weder die Verbrechen der Vergangenheit banalisieren, noch will ich ungültige Vergleiche ziehen.
Aber.
Meine Mutter starb im Herbst 2015.
Sie war bis zuletzt hellwach und sah, was rund um sie geschah.
Und als sie so vor den Fernsehapparat sass und sah, was man Flüchtenden so alles vorwarf sagte sie eines abends, sie müsse jetzt immer daran denken, wie sie auf dem Weg in die Emigration von deutschen Soldaten aus dem Zug geholt worden sei, die sie nur im letzten Moment hatten weiterfahren lassen.
Hätten sie sie aufgehalten stünde ich wahrscheinlich heute nicht hier.
Nein, die Geschichte wiederholt sich nicht, nicht einmal als Farce. Aber sie neigt dazu nicht zu vergehen, wenn die Menschen sich nicht mit ihr auseinandersetzen wollen.
Genau das aber geschieht heute.
Und plötzlich – und im Gleichschritt mit Xenophobie, Rassismus und Ablehnung allen unbekanntes – hebt auch der immer latent vorhandene Antisemitismus wieder sein Haupt.
Da tauchen Liederbücher auf, in denen von der siebenten Million die Rede ist, die es noch zu ermorden gilt.
Da stellen Menschen ohne jedes Gewissen ihren Müll auf den Gedenksteinen für die Ermordeten ab.
Und da werden schwülstige Erinnerungsreden gehalten und im jetzt und heute gesprochen, wie damals.
Es beginnt ja immer mit der Sprache.
Heute wäre es nicht mehr salonfähig von Saujuden zu sprechen.
Aber man darf sich über Frauen mit Kopftuch lustig machen.
Man wagt es nicht mehr über den industrialisierten Mord zu reden, aber man lässt keinen Zweifel daran, dass einem die Ertrinkenden im Mittelmeer keinen Gedanken wert sind.
So lange ich denken kann hiess es „nie wieder“ und „wehret den Anfängen“.
Wir haben die Anfänge nicht sehen wollen.
Aber heute sind wir mitten drin.
Und heute gilt es nicht nur den Wurzeln des Antisemitismus nachzuspüren, es gilt auch dem Hass insgesamt unser aller gesammelte Kraft entgegenzustehen.
Es geht um euer künftiges Leben – es geht um die Demokratie und die Zivilisation, die heute auf dem Spiel stehen.
Deshalb bitte ich euch: Seid laut und schaut genau hin.