Die Welt steht auf kein Fall mehr lang, ….

Caroline Koczan hat für den Abend der Protestlieder am Samstag den 24.11. 2018 um 19:30 im MQ, Raum D/Q21 eine österreichische Spezialität vorbereitet und wird dieses Couplet am Protestliederabend vortragen. Für unsere westlichen OMAS und Opas:

Das Couplet (frz. „couplet“: Zeilenpaar) bezeichnet in der Musik ein mehrstrophiges witzig-zweideutiges, politisches oder satirisches Lied mit markantem Refrain. In der Musik bezeichnet das Couplet außerdem die Strophenteile eines Rondos, die sich mit dem wiederkehrenden Refrain oder Ritornell abwechseln. Das Wiener Couplet ist ein Bühnenlied in den Stücken des Alt-Wiener Volkstheaters von Johann Nepomuk Nestroy und Ferdinand Raimund. Das Wiener Couplet in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine Spezialform des Couplets innerhalb des Alt-Wiener Volkstheaters, bei der der Schauspieler aus der Rolle tritt und eine Interaktion mit dem Publikum beginnt. Literarische Vollendung erfuhr es in den Werken Ferdinand Raimunds und Johann Nestroys. Die tagesaktuellen Zusatzstrophen solcher Couplets setzten die Darsteller manchmal einem Duell mit der Zensur im Metternich’schen Regime aus. Diese Strophen sind gegen das Kickl´sche System  im Jahre 2018 geschrieben. Allerdings ist zu befürchten, dass so schnell kein Komet kommen wird. Daher müssen wir Widerstand leisten, sonst steht unsere Welt, die wir OMAS und Opas mit aufgebaut und gestaltet haben, nicht mehr lang, dann werden alle unsere Regeln, Rechte und Werte mit „Butz und Stingel“ in den Müll geworfen. Aber lassen wir Caroline Koczan selbst sprechen:

„Ich habe zum Kometenlied aus Nestroys „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ aktuelle Strophen gedichtet. Zur Aufführung wird das Lied beim Protestliederabend „ProtestNoten an die Regierung“ , 24.11.2018. 19:30, kommen. Ich freue mich schon sehr darauf es zu singen, begleitet von Gertrude Kisser am Akkordeon. Nachdem, was diese Regierung treibt, könnte ich ja jeden Tag eine neue Strophe dazudichten….
Hier ist der Text, euch zur Ermutigung:“

Kometenlied aus „Der böse Geist Lumpazivagabundus“
Text: J.Nestroy, Musik: A. Müller; aktuelle Strophen: C.Koczan

1
Es is kein´ Ordnung mehr jetzt in die Stern´,
D´Kometen müßten sonst verboten wer´n.
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein´ Paß!
Und jetzt richt´t a so a Vagabund
Uns die Welt bei Butz und Stingel z´grund;
Aber lass´n ma das, wie´s oben steht,
Auch unt´ sieht man, dass´s auf´n Ruin losgeht.

Abends traut man ins G´wölb sich nicht hinein
Vor Glanz, denn sie richten s´ wie d´ Feentempel ein;
Der Zauberer Luxus schaut blendend hervur,
Die böse Fee Krida sperrt nacher ´s G´wölb´ zur.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein´ Fall mehr lang.

2
Di Sun am Himmel kennt jetzt kaan Capriz,
von Jänner bis November gibt`s nur Hitz´!
Und der Mond geht auf so rot, auf Ehr´,
vor Scham, denn was er sieht, geniert ihn sehr.
Die gute Venus, die verliert ihr´n Glanz,
sie wird ganz bleich, sieht sie die Eiertanz
von der breiten Menschheit hier herunt,
erblasst sie ganz und sieht die Welt geht zu Grund!

A Dilettant in Washington, in Moskau ein Agent,
als Präsident brauchst heute gar kein Talent.
Vom Westen zum Osten sind nur Blender am Zug,
gierig nach Macht und krieg‘n doch niemals g‘nug.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein´ Fall mehr lang.

3
Ein schmaler Mond steht heut am Firmament,
muss auch den Gürtel enger schnall‘n am End?
Die Stern´ wer´n sich verkühl´n, ich sag´s voraus,
sie setzen sich zu lang der Nachtluft aus.
Der Sonn´ ihr G´sundheit ist jetzt a schon weg,
sie arbeit‘ viel zu lang und kriegt die Fleck´.
Aber lass´n ma das, was oben g´schieht,
herunt´ is ah ned besser, wie man sieht.

Zwölf Stunden, so heißt`s, bei der Arbeit soll sein
ein jeder von uns, bald tagaus und tagein.
Dafür gibt’s zum Ausgleich mehr freie Täg dann,
an denen man d’ Krankheiten ausheilen kann.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein´ Fall mehr lang.

4
Die Fixstern´, sag´n s´, sein alleweil auf ein´ Fleck´,
na des is kloa, sie können nimmer weg.
Weil überall werd’n Grenzen aufgestellt,
am Orbit oben, wie d‘runt auf der Welt.
Selbst die Venus darf nicht mehr passier‘n,
auch der Pluto muss sich arrangier’n
und ein‘n Antrag stellen für an Pass.
Auch bei uns herunt sperrn’s d‘Grenzen jetzt en masse.

Erst liefern sie Waffen und rauben sie aus,
die Länder in Afrika und Asien drauß‘.
Dann lassen’s die Menschen, die flüchten vor der Not,
ersaufen im Meer und verhungern im Boot.
Da wird an doch angst und bang,
denn so steht die Welt nimmer lang.

5
Die ganze Welt steht Kopf und ist verkehrt,
hell ist’s im All und finster auf der Erd.
Die Achse von der Erd, die hat’s verschob’n
Und verruckt hat’s glatt die Erd-Rotation!
Anders ist es doch nicht zu erklär‘n,
dass alle Länder rechts und rechter werd’n!
Kleine Diktator`n wohin man schaut!
Auch bei uns wird jetzt die Demokratie abgebaut.

Die Pressefreiheit und die Toleranz,
woll’n‘s einschränken jetzt, kontrollier‘n woll’n’s uns ganz.
Und Meinungsfreiheit, wird gleichgesetzt
mit Hetze geg’n Frau’n und geg’n Kritiker jetzt.
Wem da ned wird angst und bang?
Die Welt steht auf kein Fall mehr lang!

6
Das Parlament, ist eine Baustell jetzt,
den Nationalrat haben’s in’d Hofburg g’setzt.
Dort regiert ein eitler Maturant
Und sein Vize ist ein Zahnlaborant.
Im BMI dort sitzt ein kleiner Mann
der von Macht niemals genug hab‘n kann.
Was so kleine Männer reiten tut,
hab’n wir schon erlebt und wissma nur zu gut!

Ja, da wünschte man sehr, den Kometen sich her,
mit an Schlag hätt ma dann unsere Sorg’n nimmermehr.
Aber besser noch wär, wir schicken alle rauf
in Raketen und schiassn`s zum Orbit hinauf.
Dann wär uns nimmer angst und bang
Und die Welt standat lang ja noch
lang lang lang lang.-….

Foto: J.N.Nestroy als Knieriem, Internationale Nestroygesellschaft

OMAS GEGEN RECHTS feiern den 1. Geburtstag

Heute vor einem Jahr entstand die zivilgesellschaftliche Plattform OMAS GEGEN RECHTS in Wien. Monika Salzer hatte die zündende Idee  und viele gute Freundinnen und Bekannte, die ebenfalls Feuer und Flamme für die Idee waren machten sich an die Arbeit. Susanne Scholl übernahm gemeinsam mit Monika Salzer die Kontakte zu den Medien und sie planten die ersten Veranstaltungen und Demos in Wien.

Anlass war die Regierungsbildung nach der Wahl im Oktober, eine Koalition zwischen der ÖVP und der FPÖ, der türkis gefärbten ÖVP unter Sebastian Kurz und die blaubraune FPÖ unter Christian Strache. Diese Konstellation war der Auslöser und Anlass, die Emotionen und Befürchtungen, die diese Regierungskonstellation auslöste, in eine zivile Protest- und Widerstandsbewegung umzuwandeln. Dieser Schritt, der in der Rückschau so konsequent und notwendig erscheint, war zu Beginn sehr utopisch und von vielen belächelt.

Allein die nächsten Tage zeigten, dass die Gründerinnen einen Nerv getroffen hatten. Viel mehr Menschen, nicht nur OMAS fühlten sich unwohl bei der Tatsache, dass eine rechtsextreme Partei, mit zahlreichen und aktiven, engen Kontakten zu Neonazis und Identitären nun in der Regierung sass und die wichtigen Ressorts wie das Innenministerium, das Verteidigungsministerium und  das Sozialministerium besetzten.

Die Demonstration anlässlich der Angelobung der neuen Bundesregierung war der erste grosse Test für die neue Bewegung, sie wurde zu einem grossen Ereignis, denn die OMAS GEGEN RECHTS wurden ein Medienhit und ihr Auftritt mit den Hauben, die den „Pussy Hats“ abgeschaut waren erzeugte eine Medienhype, Neues, noch nie Dagewesenes, Omas, alte Frauen mit knallfarbigen Strickmützen am Kopf mischen sich in die nationale Politik ein. Das war ein „Knaller“!

Doch die Ansichten und die Ziele der OMAS GEGEN RECHTS hatten und haben sehr wohl Substanz. Es geht um die Erhaltung eines liberalen Staatsgefüges, die Erhaltung der Demokratie, um den Erhalt des Sozialstaates, die Aufrechterhaltung von Menschenwürde und Menschenrechten, gegen die Abwertung von einzelnen Gruppen von Menschen, gegen Diskriminierung und gegen rassistische Hetze, die nunmehr für viele und vor allem von der Regierungspartei FPÖ ausgehend „gesellschaftsfähig“ geworden ist. Das Unsagbare ist wieder sagbar geworden. Eine ganz schlimme Entwicklung, durch die sich Österreich in die Gruppe der Vizegrad-Staaten einreiht, durch die sich Österreich politisch auf eine Orbanisierung des Landes zubewegt. Ganz deutlich auch faschistische Sprache, Begriffe aus der nationalsozialistischen Propaganda werden wieder verwendet, die Diffamierung von Flüchtlingen, armen und kranken Menschen wird von der Regierungsebene aus betrieben, in den sozialen Medien von Seite der FPÖ gehetzt. Das geschieht ungeahndet und in den meisten Fällen ungestraft. Von der FPÖ wird dies als Versehen herab gestuft, als Einzelfälle, doch sie häufen sich und sind nun, ein Jahr später ganz deutlich als Strategie anzusehen, die Österreicherinnen und Österreicher  daran zu gewöhnen, dass „wir zuerst“ geschrien wird und die Rechte aller anderen negiert werden können.

In einer solchen Gesellschaft wollen wir nicht leben! Wir wollen, dass auch unsere Kinder und Enkel nicht in einer solchen Gesellschaft leben müssen!

Dieses Anliegen motiviert die OMAS GEGEN RECHTS weiterhin. Die Plattform ist enorm gewachsen, Gruppen von OMAS in allen Bundesländern und es gibt nunmehr eine ganz starke Bewegung OMA-Gruppen in Deutschland zu gründen. Der Zuspruch ist ungebrochen, immer mehr Menschen erkennen nun, wohin die Reise politisch geht und suchen eine Möglichkeit, dagegen zu halten, Widerstand zu artikulieren!

Das OMA-Lied drückt es perfekt aus: „Omas, Omas, uns braucht das ganze Land,

                                                        wir kämpfen für unsere Kinder und leisten Widerstand!“

Foto: rosa rosen vase von de.freepick.com

WW Wiener Wut = www.omasgegenrechts.com ?

Die Süddeutsche Zeitung hat ein Interview mit Monika Salzer und Susanne Scholl geführt. Peter Münch titelte „Wiener Wut“. Sehr in Kontrast zu dem Foto für den Artikel, wir bezeichnen es eher als konsequenten Widerstand. Ein wenig konservativ ist der Artikel ausgefallen, eine Gesellschaftskolumne der eigenen Art, sich an Äusserlichkeiten abarbeitend und den Kontrast zum traditionellen OMA-Bild heraus arbeitend. Unsere Ziele und Besorgnisse für die Zukunft kommen eigentlich nicht vor. Schade! Darum geht es uns doch! Trotzdem, wir anerkennen die gute PR, die der Artikel für die Plattform der OMAS GEGEN RECHTS auch und eben in Deutschland  darstellt!

Autorin: M.Moritz

SZ_15_11_2018_Wiener Wut

Nicht vergessen:  Heute ist wieder Donnerstag!

  Treffpunkt: 18:00 Uhr vor dem Parlament (Baustelle – altes Haus)

                                     Dr.Karl Renner Ring

 

Nur Frauen im Parlament und 1 Jahr OMAS GEGEN RECHTS

Mit Dank an Elisabeth Anna Waldmann für das Foto!

Anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht gab es eine Einladung für Frauen, alle Sitze im österreichischen Parlament mit Frauen zu  besetzen. Eine wunderbare Utopie! Die OMAS GEGEN RECHTS waren auch zahlreich vertreten. Es gibt einige Bildberichte davon in verschiedenen, auch in ausländischen Medien.

Zeitgleich dazu gab es eine Pressekonferenz der OMAS GEGEN RECHTS zum Jubiläum der OMAS – 1 Jahr Gründung der Plattform OMAS GEGEN RECHTS!

Zum Nachlesen:

Mein Bezirk

Sueddeutsche Zeitung

Kurier

Standard

Die Presse

Dazu noch eine superschöne Fotostrecke mit Porträts von OMAS bei VICE

 

100 Jahre Frauenwahlrecht – Frauen im Parlament

Am 12. November feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Zu diesem Anlass lädt das Frauenvolksbegehren gemeinsam mit Liste Pilz, den Grünen, den Neos und dem Frauenring zwischen 16:30 – 17:30 in den Plenarsaal in der Hofburg. Wir fänden es toll, wenn es gelingt, alle 183 Abgeordnetensitze, die Regierungsbank und das Präsidium für ein einmaliges Foto mit Frauen zu besetzen.

Die zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures weiß Bescheid und kommt, wenn es ihr Kalender erlaubt.

Zahlreiche NGOs und Vereine haben bereits zugesagt.

Montag, 12. November 2018
16:30 – 17:30 Josefsplatz 4, 1010 Wien 

Ausweis mitbringen!

Wer Zeit hat, bitte in der Doodle-Liste eintragen und hinkommen:

Wenn Interesse: bitte zahlreich Frauen mobilisieren und in die Doodle-Liste eintragen bzw. uns Bescheid geben, wer verlässlich kommt, damit wir planen können: https://doodle.com/poll/qi2mbvvvpgyk7n95

Gerne Kinder (ab 14 auch nur mit Ausweis), Schilder oder Symbole mit politischen Forderungen mitbringen und mit eigenem Team fotografieren bzw. filmen, damit die Erinnerungsfeier über die eigenen Kanäle verbreitet werden kann.

Facebook-Link:
https://www.facebook.com/events/291108741742363/

8. November – es ist wieder Donnerstag!

Innsbruck: Treffpunkt 18:00 Annensäule, Innsbruck

Maria Theresienstrasse 18, 6020 Innsbruck

Klagenfurt: Treffpunkt 18:00 am Neuen Platz

Linz: Treffpunkt 18:00, Volksgarten

Wels: Treffpunkt 19:00 Pollheimerstrasse

vor dem Jüdischen Mahnmal im Pollheimerpark

Wien: Treffpunkt  17:00 (!!) Polizeianhaltezentrum

1090, Rossauer Lände 9, bei der Rossauer Brücke

Am 8. November ist wieder Donnerstag! Es ist unser sechstes Date und wir werden wieder sagen:

„Wir sind jetzt zusammen!“

Nämlich früher! Wir treffen uns diesmal bereits UM 17 UHR vor dem Polizeianhaltezentrum an der Roßauer Lände. Viele von uns kennen den Ort von Demonstrationen gegen Abschiebungen, aber an diesem Donnerstag sind wir auch und vor allem dort, um an die Tausenden von Wiener Jüdinnen und Juden zu gedenken, die im Zuge der Novemberpogrome am 9. und 10. November 1938 in das Polizeigefängnis an diesem Ort verschleppt wurden.

Anschließend gehen wir in einer Demonstration zum Parlamentsgebäude am Dr.-Karl-Renner-Ring. Hier werden bei unserer Abschlusskundgebung u.a. die Autorin Julya Rabinowich sowie Benjamin Hess von Jüdische österreichische HochschülerInnensprechen.

Auf zwei weitere Veranstaltungen wollen wir hinweisen:

Am gleichen Abend findet der Gedenkmarsch Light Of Hope – 8. November 2018 statt, mit dem der Novemberpogrome gedacht wird. Für all jene, die sich dem Marsch anschließen wollen: Treffpunkt ist um 19 Uhr am Heldenplatz.

Am nächsten Tag findet ab 18 Uhr am ehemaligen Aspangbahnhof, von wo aus zehntausende österreichische Jüdinnen und Juden in Vernichtungslager transportiert wurden, die Mahnwache und Kundgebung Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus! statt.

OMAS OÖ Gäste bei der AK

Die Lehrgangsteilnehmer derZukunftsakademie AK OÖ (BetriebsrätInnen aus verschiedenen Branchen) haben die OMAS GEGEN RECHTS OÖ eingeladen, um mit Ihnen über den zunehmenden Rechtspopulismus und den Ursachen zu sprechen und welche Maßnahmen dagegen notwendig wären. Interessiert hat sie auch die Entstehung der Omas, ihre Organisation, Ziele und Aktivitäten. Zum Abschluss haben wir gegenseitige Unterstützung vereinbart.
#omasoö

PETER TURRINI WILL ÖSTERREICH NICHT DEN RECHTEN ÜBERLASSEN

DEMOKRATIE HEISST NICHT, ALLES ERTRAGEN ZU MÜSSEN – DEMOKRATIE HEISST AUCH WIDERSPRUCH
Peter Turrini hat bei einer Veranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs im Palais Epstein eine erinnerungswürdige Rede gehalten.
Die zunehmende Verrohung hat laut Turrini auch die Grenzen des Sagbaren erweitert: Ängste vor Geflüchteten, Hass auf Migranten werden geschürt. Turrini hat auch eine Vermutung, wo diese Gefühle herstammen. „Die verdächtigen Eigenschaften, die Menschen bei anderen Menschen, hauptsächlich Fremden, wahrnehmen, schlummern zumeist in ihnen selbst“, glaubt er.

Müssen wir das nun tolerieren?, fragt Peter Turrini. Muss Demokratie Hassreden und Lügen aushalten? Nicht zwingend. Reden und diskutieren soll man immer – sich mit Hass auf Minderheiten und Schwache abfinden, muss man aber nicht:

„Wir müssen einander aushalten und miteinander reden, notfalls mit gehobener Lautstärke und aller Leidenschaft. Aber diese Wollust der Ausgrenzung, ja der Vernichtung, die derzeit gegenüber dem anderen und dem Andersartigen mehr und mehr aufbrodelt, die müssen wir nicht ertragen – die müssen wir bekämpfen.“

PETER TURRINI WILL ÖSTERREICH NICHT DEN RECHTEN ÜBERLASSEN
„An der Entwicklung in diesem Land leide ich besonders“, gesteht Turrini. „Es ist ja auch mein Land. Als Sohn eines italienischen Einwanderers, welcher nie so recht in der deutschen Sprache ankam und es nicht bis an den Stammtisch der Einheimischen schaffte, habe ich lange genug gebraucht, dieses Land als mein Land zu empfinden. Ich will es mir von einem adrett zugerichteten jungen Mann in der Bundeskanzlerpose und von einer Horde Burschenschafter in Ministerbüros nicht mehr nehmen lassen.“ Die Regierung, so Turrini, betreibt falsche Umverweilung von unten nach oben. Die Gewinner sind die, die ohnehin viel haben – für sie macht die ÖVP Politik. Und die FPÖ? Die macht in der Zwischenzeit aus Österreich einen autoritären Staat:

„Die rechten Regierungen nehmen den Schwächeren etwas weg und geben es den Stärkeren. […] Wie bei einem geplanten Coup ging man arbeitsteilig vor: Jeder hat seine Aufgabe und nachher teilt man die Beute. Herr Kurz bekam die Wirtschaft und schafft ein echtes Wirtschaftswunder für die Reichen. Und Herr Strache bekam die Polizei, das Militär, die Geheimdienste und sorgt seitdem dafür, daß wir uns tatsächlich wundern, was alles möglich ist.“

Die gesamte Rede: LINK

Es war wieder Donnerstag!

Am Donnerstag 1. November gab es wieder eine Donnerstagsdemo in Wien und an anderen Orten in Österreich. Der Zulauf war sehr toll, der Treffpunkt Albertinaplatz in Wien war voll, die Ringstrasse war voll und der Ballhausplatz gesteckt voll! Es gab viele neue Plakate, Transparente und Slogans. Die Anlässe durch die derzeitige Regierung gehen leider nicht aus. Einen Spruch fand ich besonders wichtig: Nie Wieder Ist Jetzt!

Bei der Abschlusskundgebung am Ballhausplatz haben die Zeitzeugin, Kunstkritikerin und Kuratorin Angelica Bäumer, der Autor Doron Rabinovici, Irina Spataru vom Verein Romano Centro, der Autor Samuel Mago (Edition Exil), die Journalistinnen Nicole Schöndorfer und Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer von AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leiterin Frauenhelpline gegen Gewalt(0800/222 555), Alischer und Asia, Aktivist*innen von Queer Base – Welcome and Support for Lgbtiq Refugees, die Künstlerin und Autorin Belinda Ade Kazeem, die Menschenrechtsaktivistin Mahsa Ghafari sowie Moira, Aktivistin bei Watch The Med – Alarmphone gesprochen.

Mit Dank an do!, Christine Klein, Monika Salzer und Caroline Koczan für die Fotos!

PETITION der OMAS Steiermark

Wir ersuchen alle OMAS und OPAS und Freund*innen unserer Plattform, diese Petition zu unterstützen und zu unterschreiben und bitte auch weiter sagen! DANKE!

Mit einer eingereichten Online-Petition will die zivilgesellschaftliche Initiative wieder Schwung in die Debatte um belastete Grazer Straßennamen bringen. Vor rund einem halben Jahr hatte eine Historikerkommission 20 Namen als „sehr bedenklich“ eingestuft, diese sollen nun — gerne auch schrittweise — geändert werden. Zusatztafeln zur Aufklärung seien eindeutig zu wenig.

Die „Kleine Zeitung“ Steiermark hat sogar einen ganzen Artikel dieser Initiative der OMAS GEGEN RECHTS Stiermark gewidmet: Artikel Kleine Zeitung

Graz, die Menschenrechtsstadt muss ein klares Zeichen setzen!

Keine Straßen und Plätze mit Namen von Nationalsozialisten, Rassisten und Kriegstreibern!

Die OMAS GEGEN RECHTS Steiermark fordern alle StadtpolitikerInnen auf, klare Konsequenzen aus dem Bericht der von der Stadtpolitik eingesetzten Expertenkommission zu ziehen und sichtbare Zeichen in der Öffentlichkeit zu setzen:

Wir fordern die Umbenennung der 20 „höchst bedenklichen“ Straßennamen.

Begründung

Straßennamen widerspiegeln Stadtgeschichte und sind Zeugen politischen Bewusstseins einer bestimmten historischen Epoche. In welcher Form eine Stadt mit historisch belasteten Straßenbenennungen umgeht, zeigt, wie sehr sich Politik und Öffentlichkeit mit ihrer Geschichte auseinandersetzt, identifiziert oder distanziert und weiterentwickelt.

Graz war in der nationalsozialistischen Ära die Stadt der Volkserhebung. Heute ist Graz die Stadt der Menschenrechte.

Eine von der Stadtpolitik eingesetzte ExpertInnenkommission hat 82 Straßennamen und Platzbezeichnungen als problematisch und 20 als sehr problematisch identifiziert.

PETITION UNTERSCHREIBEN

Dazu die OMAS GEGEN RECHTS auf youtube:

www.youtube.com/channel/UCe5apGMO3hHSceflt4wj6tg

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ilse Wieser / OMAS GEGEN RECHTS Steiermark aus Graz