Erklärung an die Jugend Europas

Proklamation der OMAS GEGEN RECHTS

Nicht gehaltene Rede von Monika Salzer anlässlich der Demonstration Salzburg #noS20-Demo am 20.9.2018

Abschlusskundgebung

Liebe junge Menschen,

Wir sind die OMAS GEGEN RECHTS und wir protestieren heute mit Euch Seite an Seite gegen die EU-Flüchtlingspolitik. Uns hindert unser Alter nicht, laut unsere Stimme zu erheben, wenn es um den Tod von tausenden Menschen geht. Uns hindert unser Alter nicht, solidarisch zu sein mit euch, Eurem Leben und Eurer Zukunft. Uns hindert unser Alter nicht, auf die Straße zu gehen. Ihr steht auf der richtigen Seite, auf der Seite des Lebens, des Mitgefühls, auf der Seite der Gerechtigkeit. Wir wollen gemeinsam eine solidarische menschliche Welt.

Die EU steht heute am Gipfel. Sie schaut auf das weite Land, neben ihr das Gipfelkreuz. Am Gipfel sieht man nicht viel außer andere Gipfel, weit abgehoben vom Tal der Tränen. Am Gipfel bereiten fast ausschließlich Männer, umgeben von Gipfelluft, den Krieg vor. Es ist zuerst der Krieg gegen die Flüchtlinge und Armen, dann der Krieg gegen einander um die letzten Reserven der Welt. Der Neoliberalismus zeigt seine hässlichste Fratze. Es sei nicht genug für alle da. Die müssen halt leider im Meer ertrinken, während wir Gipfelmahlzeit halten.

Wie sollen wir jemals unseren Enkelkindern erklären, was im Mittelmeer stattfindet oder stattgefunden hat? Am Gipfel ist gut reden, palavern, diskutieren ohne Gefühl, nur reine Taktiken werden entwickelt und die beste ist ja die Sündenbocktaktik, die lenkt von allem ab. Aber im Tal der Tränen? Wortlos schauen wir zu und finden die Worte nicht für unsere Kinder. Warum, OMA, warum? Ja, warum?

Das Gewissen Europas ist im Mittelmeer ertrunken und damit wird auch die Zukunft unserer Kinder nicht dieselbe sein. Das Mittelmeermassaker ist der Beginn einer neuen Ära, die sich wie Blei anfühlt. Im schönen Mittelmeer, in dem unsere Kinder schwimmen, liegen tausend Leichen.

Eine der wesentlichen Grundlagen der 2. Republik ist der Antifaschismus, geboren aus den Gräueln des Krieges. Nun zerstören wieder Faschistinnen und Faschisten unser Land und Europa und allen voran: Österreich.

Wir wollen gemeinsam allen zeigen, dass wir das nicht hinnehmen und zur Gipfeljause übergehen.

Wir nehmen es nicht hin, dass die Menschenrechte gebeugt und verraten werden, wir nehmen es nicht hin, dass Europa nicht mehr wert sein soll als eine billige Kulisse für Reichtum und Erfolg, wir nehmen es nicht hin, dass unsere Kinder belogen werden.

Ja, im Mittelmeer liegen tausende Leichen. Einige wenige Heldinnen opfern sich dafür auf, dass es nicht noch mehr werden. Das ist die gute Geschichte.

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Marsch der Verantwortung in Salzburg

OMA E. Kaufmann berichtet uns von dem „Marsch der Verantwortung“, zur Erinnerung an die vielen Ertrunkenen im Mittelmeer, eine Mahnung an die hohe EU-Politik und ihre Repräsentanten, die sich zu einem „informellen“ Gipfel gestern und heute in Salzburg treffen.

Über 600 Leute ziehen beim Marsch der Verantwortung zu den EU-Regierungschefs in die Innenstadt. Ein starkes Zeichen gegen Abschottung und für Seenotrettung! die OMAS GEGEN RECHTS Salzburg waren sehr stark vertreten. Die Zeitung Kurier hat einen ausführlichen Bericht gebracht, allerdings sind dort nur 400 Demonstrant*innen angeführt: „Parallel zum Gipfel-Auftakt fanden am Mittwoch Proteste gegen die Grenz- und Abschottungspolitik der EU in Salzburg statt. Rund 400 Demonstranten versammelten sich zum „Marsch der Verantwortung“ in der Mozartstadt. Es sei zynisch, dass die Regierungschefs ihren Gipfel mit „Sicherheit“ betiteln, dem Sterben im Mittelmeer aber zusehen würden, sagte Alina Kugler vom Bündnis „Solidarisches Salzburg“. Bei dem Protestmarsch wurd mit Namensschildern auf jene 30.000 Flüchtlinge aufmerksam gemacht, die in den vergangenen 25 Jahren auf der Flucht nach Europa gestorben sind.“(Kurier Online 20.9.) In der Salzburger Ausgabe gab es gestern noch einen längeren Bericht:

Bericht im Kurier, vom Marsch für Ertrunkene und dem Alternativgipfel:Salzburg zeigt sich von seiner entspannten Seite
Ruhe. Kaum Störungen, kleine Proteste. Ein dünn besetzter Grünmarkt in der Altstadt und sehr viel Polizei waren am ersten Tag des informellen EU-Gipfels in Salzburg die einzigen Auswirkungen des Politiker-Treffens. Nur einige Marktstandler sperrten aufgrund des Gipfels am Mittwoch gar nicht auf. In der bestens besuchten Getreidegasse herrschte das übliche touristische Treiben und in den ansonsten oft staugeplagten Straßen gab es tagsüber keinerlei Verkehrseinschränkungen.
Nicht einmal die zur Luftraumüberwachung eingesetzten Eurofighter waren zu hören. Das soll auch am Donnerstag, dem eigentlichen Gipfeltag, so bleiben, da die Flugzeuge ihre Kreise rund um Salzburg ziehen und in der Stadt nicht zu hören sind.

Marsch für Ertrunkene
Die Proteste begannen – wie der Gipfel – am Mittwochabend. Mit einem „Marsch der Verantwortung“ erinnerte die Plattform „Solidarisches Salzburg“ mit Namensschildern an 30.000 auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunkene Menschen. Die Organisatoren erwarteten 200 bis 300 Teilnehmer.
„Wir leben in einem Europa, für das man sich schämen muss. Tausende Menschen ertrinken im Mittelmeer, weil die europäischen Regierungen zuschauen und das sogar so wollen“, sagte Alina Kugler, Sprecherin von „Solidarisches Salzburg“.
Die Aktivisten, die seit vergangener Woche einen Alternativgipfel in Salzburg veranstaltet haben, betrachten den Gipfel als Ablenkungsmanöver. „Die Regierung hat diesen Gipfel unter das Motto ,Ein Europa, das schützt’ gestellt. Wir fragen uns, vor wem und wen? In Österreich wird die soziale Lage durch das Streichen der Notstandshilfe verschärft, und die Regierung lenkt davon mit der Thematik illegaler Migration ab“, sagte Kugler vor Journalisten in Salzburg.

„Kriminelle“ Politik
Am Donnerstag gehen die Proteste mit einem Demonstrationszug und einem öffentlichen Expertenhearing in Salzburg weiter. Daran wird auch Ibrahim Manzo, Koordinator von „Alarm Phone Sahara“ aus dem afrikanischen Staat Niger, teilnehmen. „Die neue Grenze Europas ist nicht im Mittelmeer, nicht in Libyen, sondern in Agadez im Norden Nigers. Die EU gibt im Niger sehr viel Geld aus, dass das so ist. Diese Tatsache hat Agadez zu einer Festung gemacht. Die europäische Politik ist kriminell, sie tötet“, fand Manzo drastische Worte.
Die Demonstrationen sind nicht der einzige Protest gegen das Treffen. Die Neos protestieren in Salzburg mit Plakaten auf Fahrrädern. Bürgermeister von Migration betroffener Gemeinden, darunter Lampedusa und Traiskirchen, haben in einem Appell die Staats- und Regierungschefs zu einer auf Solidarität und geteilter Verantwortung aufbauenden Migrationspolitik aufgerufen.“
– MATTHIAS NAGL, Kurier, 19.9.

HEUTE NACHMITTAG UND ABEND: DEMO vom Hauptbahnhof in Salzburg durch die INNENSTADT und Abschlusskundgebung des Alternativgipfels.

Treffpunkt der OMAS GEGEN RECHTS um 13:30 Uhr beim Brunnen vor dem Hauptbahnhof

17:00 Kundgebung, Expertendiskussion im Volksgarten, Monika Salzer aus Wien nimmt teil!

20:00 Abschlussparty

 

Herbstprogramm 2018

Das Herbstprogramm 2018 präsentiert von den OMAS GEGEN RECHTS.

Die Aktivitäten werden laufend ergänzt, ebenso Treffpunkte und Uhrzeiten.

Jetzt sind wir uns sicher, dass unsere Befrüchtungen wahr werden können bzw. schon wahr geworden sind und unsere Bundesregierung die gesetzlichen Grundlagen in den vier Bereichen, die uns ein Anliegen sind, verunsichern, auflösen, aushöhlen will: im Bereich der Demokratie und der Demokratisierung der Gesellschaft, dem Sozialstaat, der Frauenrechte und der Rechtsstaatlichkeit.

So werden wir uns vermehrt mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppierungen austauschen und gemeinsam unseren Widerstand formieren. Schwerpunkte des heurigen Herbstes werden neben Demonstrationen, an denen wir selbstverständlich teilnehmen, und die Treffen mit Schülerinnen und Schülern bei der Art Week auch interne und bundesländerweite Vernetzungstreffen sein.

  • Demonstrationen im Zusammenhang mit der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs
  • Donnerstagdemos jeden Donnerstag ab 4.10., die diesmal etwas anders organisiert sein werden und wo sich auch die OMAS einbringen können
  • „Jour fixes“ mit Stefan Schulmeister (10.10.) und Florian Scheuba (25.11.) im Museumsquartier
  • Die Teilnahme an der Vienna Art Week unter dem Motto „Promising Paradise“ von 19.-25.11. im Museumsquartier, Schwerpunkte der OMAS „Widerstand“ und „Demokratie“, Programm folgt bald!
  • OMAS five o`clock im Cafe Dschungel Wien (21.9., 12.10., 14.12.2018)
  • Kooperationen mit den zahlreichen OMAS-Gruppe in Deutschland

Das Manifest der OMAS GEGEN RECHTS

Heute ist wieder einmal ein Tag, an dem die Meldungen ganz besonders schwer zu ertragen sind: Lehre für Flüchtlinge gestrichen, ausländisch aussehende Menschen werden in Chemnitz von Rechtsextremen und Sympathisantenmob durch die Strassen gehetzt, usf. Dagegen wollen wir unser Manifest veröffentlichen, wogegen und weshalb wir OMAS GEGEN RECHTS uns einsetzen. Wir widmen dieses Manifest allen, die mit uns kämpfen wollen, besonders aber heute jenen Menschen die heute, 85 Jahre nach 1933, wieder verfolgt, geschmäht und gehetzt werden!

Das Manifest zum Downloaden als PDF: Manifest OMAS GEGEN RECHTS

Neue Termine für August und September

Laufend werden jetzt neue Veranstaltungen und Termine gemeldet. Wir stellen euch zwei Veranstaltungen vor, an denen die OMAS GEGEN RECHTS teilnehmen werden.

Von Monika Salzer empfohlen:

Ich lade alle OMAS herzlich ein: kommt mit zu OBRA!

One Billion Rising Austria
Sie brauchen unsere Solidarität!
Samstag, 18.8.2018, 18:00, Ballhausplatz, 1010 Wien

Eine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum in Solidarität mit den gestrichenen oder gekürzten feministischen Initiativen
Obwohl der Verein OBRA – One Billion Rising Austria Gewaltpräventionsarbeit, Sensibilisierungsarbeit und Bewusstseinsbildung über zahlreiche Workshops, Präsentationen, Vorträge, Auftritte, usw. leistet, niederschwellig an die Bevölkerung herantritt, auf eine friedvolle Art die Brücke zwischen Kunst, Aktivismus und Politik schafft, wurde heuer die Förderung vom Frauenministerium komplett gestrichen.

 

Her mit der Marie! Demo gegen den EU-Finanzministerinnengipfel!

Samstag, 8. September 12:00 – 16:00, Treffpunkt wird in Wien-Kagran, U1 Station sein. Näheres später!

Die Gewerkschaften machen mobil gegen die Politik der Regierung, die durch die EU-Politik europaweit nur noch verstärkt und ermutigt wird.

„Am 8. September beginnt der heiße Herbst für SchwarzBlau. Für uns kann es keine Frage sein, dass wir als Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen an dieser Demonstration teilnehmen. Denn gerade die Finanzminister und Finanzministerinnen der EU sind es, mit deren Sparvorgaben die österreichische Bundesregierung ihren sozialen Kahlschlag auf Kosten von uns arbeitenden Menschen immer wieder rechtfertigt.

Ihre radikale Sparpolitik dient allerdings im Gegensatz zu dem, was sie behaupten, nicht der Gesundung des Staatshaushaltes, wie die zuletzt veröffentlichten Zahlen eindrucksvoll beweisen. Im ersten Halbjahr 2018 ist das Budgetdefizit sogar noch gestiegen! Tatsächlich handelt es sich dabei um die größte Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums in der Geschichte Österreichs. Allerdings in die falsche Richtung!“  LINK

 

arte Dokumentation auf YouTube

Die Dokumentation über die OMAS GEGEN RECHTS auf arte.tv

vom 7.5.2018 kann auf YouTube nachgesehen werden.

Hier der Link:  https://www.youtube.com/watch?v=yMF8dutC9Ak&feature=youtu.be

Die Ausstrahlung der Dokumentation hat einen Sturm von Anfragen ausgelöst und auch 5 mal soviele Ansuchen auf Beitritt zu unserer Gruppe. Die Administratorinnen sind fleissig dabei, all diese Ansuchen aufzuarbeiten. ein wenig Geduld bitte. Danke!

OMAS GEGEN RECHTS Rede zur Lage der Nation

„Der Hass ist ein Vorbote des Krieges.“ Die Omas gegen Rechts haben euch zum Weltfrauentag einiges zu sagen.

Hier die Rede zur Lage der Nation am Frauentag 8.März 2018, verfaßt von Monika Salzer und Susanne Scholl.

Für alle, die nicht auf Facebook sind, hier ist der Original Link für das

Video von VICE Austria

Text der Rede zur Lage der Nation:

Liebe Österreicherinnen und Österreicher!
Heute feiern Frauen auf der ganzen Welt den Weltfrauentag. Frauen gehen auf die Straße, um zum 1000. Mal ihre Rechte einzuklagen – weltweit und in diesem Land. Viele sind traurig, einsam, resigniert oder wütend, weil ihnen in ihrem Erwerbsleben und bei der Arbeit in der Familie unüberwindbare Steine von konservativen Männern in den Weg gelegt werden.
Wir OMAS GEGEN RECHTS erzogen unsere Kinder im Humanismus und Respekt allen Menschen gegenüber. Wir wurden als 1968er-Generation die Trägerinnen einer sozialen Gesellschaft und bemühten uns um den auch heute wichtigen sozialen Ausgleich.

Nun sehen wir, wie die Errungenschaften unserer Generation belächelt und verhöhnt werden und wie die seit Kurzem gewählte neue Bundesregierung alles zu zerstören versucht, was dieses Land bisher ausgemacht hat. Dabei wird schamlos den Armen genommen und den Reichen gegeben. Und: es wird jede Art der Menschlichkeit über Bord geworfen. Gerade in diesem Land, das einen so unrühmlichen Anteil an den Verbrechen des 20. Jahrhunderts hatte, ist das besonders erschreckend. Rechtsextreme geben sich in den Ministerien die Klinken in die Hand, Österreich wird verraten.
Wir wollen das nicht hinnehmen. Wir wollen, dass unsere Kinder und Enkelkinder in einer respektvollen, gleichberechtigten, solidarischen, vernünftigen Welt ohne Angst leben können – in einer Welt, in der Menschen nicht danach beurteilt werden, wo sie geboren wurden oder welche Hautfarbe, welche Religion oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Unsere Töchter finden noch immer gläserne Decken vor und müssen gegen ungesühnte sexuelle Gewalt kämpfen!

Wir wehren uns gegen den Versuch der Regierung, dieses Land in Richtung Orbán zu lenken und in eine „gelenkte Demokratie“ umzuwandeln. Man hat uns versprochen, dass sich die Verbrechen des 20. Jahrhunderts nie wiederholen würden!
Wir wollen den gezielten Hass nicht mehr hinnehmen:
Den Hass gegen Frauen,
den Hass gegen Fremde,
den Hass gegen Jüdinnen und Juden,
den Hass gegen Moslems.

Der Hass ist ein Vorbote des Krieges, der verbale Hass hat schon längst begonnen. Er ernährt unsere Kinder nicht, er tötet sie und nimmt ihnen ihre Zukunft.
Wir wollen niemals, niemals vergessen, was geschehen ist, und kämpfen für die Rechte der Frauen Seite an Seite!

Monika Salzer, Susanne Scholl