Demo in Salzburg – Fotos und Video

Fotos und ein Video von der Demo in Salzburg am 20.9. wurde hier zusammengestellt. Vielen Dank an Helene Kaltenböck und an Gerti Mayer für die grosse Anzahl der Fotos. Auf der Homepage wurde eine Auswahl auf Flickr bereitgestellt:
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Ein Video, auf dem die Ereignisse während der Demo festgehalten sind, wurde auf YouTube hochgeladen. Die Szene, wo die OMAS GEGEN RECHTS beim Stopp der Demo durch die Reihen durchschlüpfen und eine Abschirmung zur Polizei bilden, ist ungefähr ab Minute 26:00 zu sehen.

LINK zum VIDEO

 

OMAS GEGEN RECHTS retten die Demo in Salzburg

Salzburg, Donnerstag nachmittag: Die Demo begann am Hauptbahnhof und verlief friedlich. Für Salzburger Verhältnisse waren sehr viele Menschen gekommen, auch die OMAS GEGEN RECHTS waren mit einer grossen Gruppe vertreten.

Aus Bayern, aus München wollten auch Demonstrant*innen anreisen, diese wurden aber in Freilassing nicht aus dem Zug gelassen, die Bayrische Polizei holte einzelne Individuen aus dem Zug, strenge Personenkontrollen und zu guter Letzt wurden die angereisten Menschen zur Umkehr gezwungen, der ganze Zug wurde nach München zurück geschickt auf Anordnung der Polizei.

Der Demonstrationszug füllte in einer langen Schlange die Salzburger Strassen und Gassen. Laut Plan sollte die Demo immer nördlich der Salzach bleiben, die Polizei wollte die Demonstranten keinesfalls über die Staatsbrücke in die Altstadt kommen lassen. Der Weg führte also an der Salzach entlang bis vor die Staatsbrücke und die Polizei hatte den Zugang zur Brücke und in die Imbergstrasse abgesperrt. An der Einmündung der Linzer Gasse gab es dadurch nur eine einzige Möglichkeit, weiter Richtung Volksgarten zu kommen, nämlich durch die enge Steingasse. Wer die Lage dort kennt, kann sich nur an den Kopf greifen, wie ein breiter Demonstrationszug von ein paar tausend Leuten plötzlich  sich durch die enge Steingasse drängen soll. Ein entscheidender Fehler und eine eklatante Fehlentscheidung der Polizei und deren Leitung!

Der  schwarze Block an der Spitze des Demonstrationszuges wendete sich daher in die Richtung, um einen Durchgang zur Imbergstrasse zu suchen, wurde aber von der Polizei gestoppt. Die Polizei verstärkte den Kordon durch eine zweite Reihe von Polizisten, doch der Block wollte nicht in die Steingasse einbiegen. Da öffnete die Polizei an einer Stelle ihre dicht gedrängte Reihe und ließ einen Zug Polizisten durchschlüpfen, die sofort begannen, die Reihen der Demonstranten zurück zu drängen, dies aber taten sie mit Schlägen gegen die Demonstranten, mit Schlagstöcken  und angeblich auch mit Pfefferspray. Der EU-Abgeordnete Michel Reimon ging  auch an der Spitze mit und versuchte, als die Situation heiss wurde, sich zwischen die Demonstranten und die Polizei zu stellen. Dabei bekam er einen Schlag auf den Kopf ab durch einen Schlagstock der Polizei.

Lest seine Schilderung auf Facebook:

„Die Situation in Salzburg war so, dass es zu Rangeleien zwischen der Polizei und DemonstrantInnen kam, zunächst nichts ernstes, aber natürlich eskaliert sowas sofort und in dem Moment bin ich – abgesprochen mit der Demo-Leitung, natürlich – dazwischen gegangen. Das hat funktioniert.

Dann, als es ruhig war, wollte ein Polizist die DemonstrantInnen in einen Sicherheitsabstand treiben, ich konnte aber nicht hinter die Transparentwände und er verlor die Nerven.

Gemeinsam mit Leuten von der Demoleitung und der Einsatzleitung der Polizei haben wir die Sache besprochen – ich habe zugesagt, von einer Anzeige abzusehen, wenn es keine weiteren Fälle dieser Art gibt und wir alle gemeinsam die Demo friedlich zu Ende bringen.“

Dazu das Video:  https://www.youtube.com/watch?v=63sI7g66ym4#action=share

Die Situation drohte also zu eskalieren! Ein Video zeigt, dass andere Demonstranten eingriffen und versuchten, die Leute vom Block und die Polizisten zu trennen, sie gingen mutig dazwischen und nach Erzählungen von Augenzeugen sprachen sie beruhigend auf die Polizisten ein. Fotos zeigen, dass eben auch die OMAS GEGEN RECHTS in dieser Situation sich zwischen Demonstranten und die Polizei stellten, von hinten und vorne bedrängt ruhig mit der Polizei zu verhandeln begannen und durch Reden und vernünftige Argumente: “ Schaut, wir  Omas sehen doch ganz friedlich aus, lasst uns doch weiter gehen“  u.Ä. konnte erreicht werden, dass es an dieser Stelle  zu keiner grösseren Schlägerei kam und die Polizei eben keinen Anlass geliefert bekam, die Demonstration aufzulösen. Demoleitung und die OMAS GEGEN RECHTS hatten erreicht, dass der Demonstrationszug weiter gehen konnte und den Volksgarten, Endpunkt der Demo erreichte. Bis dorthin war alles soweit friedlich abgelaufen. Die Polizei gab sich aber nicht damit zufrieden, offensichtlich wollten sie die demütigende Situation bei der Steingasse nicht einfach hinnehmen und es gut sein lassen. Im Volksgarten gab es dann die „Jagd “ auf ausgesuchte Demonstranten, sie wurden separiert, Ausweiskontrollen, Anhaltungen und laut Medienreporten auch Festnahmen.

Michel Reimon schreibt danach, dass er sich jetzt wohl doch überlege, Anzeige gegen die Polizei zu erstatten, da die Polizei sich eben nicht an die ausgehandelte Abmachung gehalten habe, die Demo friedlich und ohne Gewalt auslaufen zu lassen.

Der Journalist Michael Bonvalot berichtet auf Twitter von weiteren ziemlich brutalen Polizeiübergriffen: https://twitter.com/search?q=bonvalot&src=typd

Die OMAS GEGEN RECHTS finden es bedauerlich, dass in der ersten schwierigen Situation zuerst eine gangbare Lösung gefunden worden war, die Gewaltanwendung zurück genommen worden war, zum Ende der Veranstaltung aber bei der Polizei doch die Kontrolle versagte und es zu Gewaltszenen kam, zu „Tumulten“ wie die Medien berichten!

Jedenfalls, sie waren Spitze, einfach Spitze, die OMAS GEGEN RECHTS in Salzburg!

 

Marsch der Verantwortung in Salzburg

OMA E. Kaufmann berichtet uns von dem „Marsch der Verantwortung“, zur Erinnerung an die vielen Ertrunkenen im Mittelmeer, eine Mahnung an die hohe EU-Politik und ihre Repräsentanten, die sich zu einem „informellen“ Gipfel gestern und heute in Salzburg treffen.

Über 600 Leute ziehen beim Marsch der Verantwortung zu den EU-Regierungschefs in die Innenstadt. Ein starkes Zeichen gegen Abschottung und für Seenotrettung! die OMAS GEGEN RECHTS Salzburg waren sehr stark vertreten. Die Zeitung Kurier hat einen ausführlichen Bericht gebracht, allerdings sind dort nur 400 Demonstrant*innen angeführt: „Parallel zum Gipfel-Auftakt fanden am Mittwoch Proteste gegen die Grenz- und Abschottungspolitik der EU in Salzburg statt. Rund 400 Demonstranten versammelten sich zum „Marsch der Verantwortung“ in der Mozartstadt. Es sei zynisch, dass die Regierungschefs ihren Gipfel mit „Sicherheit“ betiteln, dem Sterben im Mittelmeer aber zusehen würden, sagte Alina Kugler vom Bündnis „Solidarisches Salzburg“. Bei dem Protestmarsch wurd mit Namensschildern auf jene 30.000 Flüchtlinge aufmerksam gemacht, die in den vergangenen 25 Jahren auf der Flucht nach Europa gestorben sind.“(Kurier Online 20.9.) In der Salzburger Ausgabe gab es gestern noch einen längeren Bericht:

Bericht im Kurier, vom Marsch für Ertrunkene und dem Alternativgipfel:Salzburg zeigt sich von seiner entspannten Seite
Ruhe. Kaum Störungen, kleine Proteste. Ein dünn besetzter Grünmarkt in der Altstadt und sehr viel Polizei waren am ersten Tag des informellen EU-Gipfels in Salzburg die einzigen Auswirkungen des Politiker-Treffens. Nur einige Marktstandler sperrten aufgrund des Gipfels am Mittwoch gar nicht auf. In der bestens besuchten Getreidegasse herrschte das übliche touristische Treiben und in den ansonsten oft staugeplagten Straßen gab es tagsüber keinerlei Verkehrseinschränkungen.
Nicht einmal die zur Luftraumüberwachung eingesetzten Eurofighter waren zu hören. Das soll auch am Donnerstag, dem eigentlichen Gipfeltag, so bleiben, da die Flugzeuge ihre Kreise rund um Salzburg ziehen und in der Stadt nicht zu hören sind.

Marsch für Ertrunkene
Die Proteste begannen – wie der Gipfel – am Mittwochabend. Mit einem „Marsch der Verantwortung“ erinnerte die Plattform „Solidarisches Salzburg“ mit Namensschildern an 30.000 auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunkene Menschen. Die Organisatoren erwarteten 200 bis 300 Teilnehmer.
„Wir leben in einem Europa, für das man sich schämen muss. Tausende Menschen ertrinken im Mittelmeer, weil die europäischen Regierungen zuschauen und das sogar so wollen“, sagte Alina Kugler, Sprecherin von „Solidarisches Salzburg“.
Die Aktivisten, die seit vergangener Woche einen Alternativgipfel in Salzburg veranstaltet haben, betrachten den Gipfel als Ablenkungsmanöver. „Die Regierung hat diesen Gipfel unter das Motto ,Ein Europa, das schützt’ gestellt. Wir fragen uns, vor wem und wen? In Österreich wird die soziale Lage durch das Streichen der Notstandshilfe verschärft, und die Regierung lenkt davon mit der Thematik illegaler Migration ab“, sagte Kugler vor Journalisten in Salzburg.

„Kriminelle“ Politik
Am Donnerstag gehen die Proteste mit einem Demonstrationszug und einem öffentlichen Expertenhearing in Salzburg weiter. Daran wird auch Ibrahim Manzo, Koordinator von „Alarm Phone Sahara“ aus dem afrikanischen Staat Niger, teilnehmen. „Die neue Grenze Europas ist nicht im Mittelmeer, nicht in Libyen, sondern in Agadez im Norden Nigers. Die EU gibt im Niger sehr viel Geld aus, dass das so ist. Diese Tatsache hat Agadez zu einer Festung gemacht. Die europäische Politik ist kriminell, sie tötet“, fand Manzo drastische Worte.
Die Demonstrationen sind nicht der einzige Protest gegen das Treffen. Die Neos protestieren in Salzburg mit Plakaten auf Fahrrädern. Bürgermeister von Migration betroffener Gemeinden, darunter Lampedusa und Traiskirchen, haben in einem Appell die Staats- und Regierungschefs zu einer auf Solidarität und geteilter Verantwortung aufbauenden Migrationspolitik aufgerufen.“
– MATTHIAS NAGL, Kurier, 19.9.

HEUTE NACHMITTAG UND ABEND: DEMO vom Hauptbahnhof in Salzburg durch die INNENSTADT und Abschlusskundgebung des Alternativgipfels.

Treffpunkt der OMAS GEGEN RECHTS um 13:30 Uhr beim Brunnen vor dem Hauptbahnhof

17:00 Kundgebung, Expertendiskussion im Volksgarten, Monika Salzer aus Wien nimmt teil!

20:00 Abschlussparty

 

EU – Flüchtlingskonferenz in Wien

Gestern hat die EU-Flüchtlingskonferenz in Wien begonnen, heute wird sie beendet. Es ist sehr zweifelhaft ob es überhaupt ein Ergebnis bei den Verhandlungen geben wird oder wie dieses Aussehen wird. Heute Freitag 14.9. sind die Vertreter*innen der Nordafrikanischen Staaten eingeladen. Offensichtlich will die EU nicht von ihren vermeintlichen Lösungen mit Sammellagern in Libyen oder anderen Staaten in Nordafrika abweichen. Unser Innenminister Kickl jedenfalls nicht, wie er verkündete.

Gestern am 13.9. gab es eine beeindruckende Demo gegen die Flüchtlingspolitik der EU. Treffpunkt war am Praterstern, die OMAS waren ganz gut vertreten, es hätten aber mehr sein können. Die Route führte dann über die Lasallestrasse zur Reichsbrücke. Mitten auf der Brücke gab es einen Stopp und ein riesiges Transparent wurde entrollt: „Brücken bauen – statt Mauern“. Über den etwas 3000 Teilnehmer*innen kreisten permanent Hubschrauber, es verlief aber alles friedlich. Die Stimmung war toll, es wurde viel gesungen, „Bella Ciao“ und „We shall overcome“ waren die Favoriten. Das „OMA-Lied“ wurde von Caroline immer wieder angestimmt, wir hatten aber im Demo-Zug ein hartes Los, gegen die lauten Trommler hinter uns anzukommen.

 

  

  

  

 

Danke für die Fotos von Nelly Fitsch, Caroline Koczan, Maria Moritz und anderen.

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OMAS INTERNATIONAL

Nicht nur in Österreich sind die OMAS GEGEN RECHTS  sehr aktiv. Auch in Deutschland haben sich zahlreiche Gruppen gebildet. Diese verstehen sich als Untergruppen zu „OMAS GEGEN RECHTS in Deutschland“, so auch der Name der ursprünglichen Facebook Gruppe. Die Gründerinnen haben uns eine vorläufige Liste – diese ändert sich nun fast täglich – geschickt, damit die zahlreichen OMAS, die bei uns in Wien anfragen, einen Anschluss in Deutschland finden können:

1. OMAS GEGEN RECHTS in Deutschland
2. OMAS GEGEN RECHTS Berlin
3. OMAS GEGEN RECHTS BREMEN
4. OMAS GEGEN RECHTS Frankfurt am Main
5. OMAS GEGEN RECHTS Hamburg
6. OMAS GEGEN RECHTS München
7. OMAS GEGEN RECHTS Köln
8. OMAS GEGEN RECHTS Bochum

Die deutschen Gruppen sind nach dem Vorbild der österreichischen Gruppen entstanden und sind mit diesen eng vernetzt.
Uns ist es ein Anliegen, dass wir auch in Deutschland für eine Vernetzung, auch beim Entstehen neuer Gruppen Sorge tragen, damit es ersichtlich ist, dass wir dieselbe Zielsetzung haben.

Gestern gab es Proteste gegen die rechtsextremen Gruppen und Nazis nicht nur in Chemnitz, in ganz Deutschland gab es Demonstrationen und die Zivilgesellschaft, aber auch Politiker*innen haben endlich Zeichen gesetzt, dass sie die demokratiefeindlichen und fremdenfeindlichen Auftritte der Rechten nicht dulden wollen.

Martin Stricker hat uns zwei Fotos vom Auftritt der OMAS GEGEN RECHTS in Bremen geschickt. Danke!

Heisser Herbst

Ein „Heisser Herbst“ soll nach dem heissesten Sommer seit Messbeginn folgen. Dieses Mal ist es vor allem das Klima, das die Bundesregierung in Österreich verbreitet, das viele Organisationen veranlasst hat, sich zum Bündnis Heisser Herbst zusammen zu schliessen und für September die ersten Demonstrationen zu planen:

Am 7. und 8. September treffen sich die FinanzministerInnen der EU im Austria Center Vienna, was GegnerInnen des neoliberalen Sparwahnsinns auf den Plan ruft. Ein Bündnis gewerkschaftlicher, antifaschistischer und fortschrittlicher Organisationen ruft daher für den 8. September unter dem Slogan „Her mit der Marie!“ zu einer Demonstration von Kagran zum Gipfeltreffen auf.

„Schwarz-Blau steht für Rassismus unter Sozialabbau. Dieser Regierung wünschen wir einen heissen Herbst. Unter diesem Slogan organisieren wir Proteste, veranstalten Aktionen und sammeln wichtige Termine im Kampf für eine solidarische Gesellschaft.“ https://heisserherbst807060605.wordpress.com

Das Bündnis Heisser Herbst hat dazu eine Presseaussendung versendet:

„Diese Politik spiegelt die Vorhaben der schwarz-blauen Regierung wider. Ihre Maßnahmen offenbaren, wessen Interessen sie vertreten: die der Wirtschaft, allen voran der Industriellenvereinigung. „Schwarz-Blau schießt genau auf jene, die ohnehin schon zu wenig zum Leben haben. 12-Stunden-Tag, 60-Stunden-Woche, Angriffe auf die Sozialversicherungen, die Abschaffung der Jugendvertrauensräte und vieles mehr sprechen eine eindeutige Sprache!“, macht Selma Schacht von der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative KOMintern klar.

„Durch rigorose Kürzungen bei Fraueneinrichtungen schafft diese Regierung die Frauenpolitik faktisch ab. Viele feministische Initiativen können nicht mehr weiterarbeiten“, ergänzt Brigitte Hornyik vom Österreichische Frauenring. Über all dieses und vieles mehr soll aber – wenn es nach der Regierung geht – nicht berichtet werden.

Michael Genner von Asyl in Not zu den Ablenkungsversuchen der Regierung: „Gleichzeitig gelingt es ihnen durch Hetze gegen Flüchtlinge und MigrantInnen diese Themen Großteils aus der öffentlichen Diskussion rauszuhalten. Rassismus heißt das Zauberwort.“
„Die Enteignung von Flüchtlingen oder gar ihr Tod im Mittelmeer stehen an der Tagesordnung, während gleichzeitig die Militarisierung der Gesellschaft munter voranschreitet und dreckige Deals zur Abwehr von Schutzsuchenden mit der Türkei eingegangen werden,“ ergänzt Mamo Mirzani von der HDP-Österreich (Halkların Demokratik Partisi, Demokratische Partei der Völker).“

Die Presseaussendung im Wortlaut : Heisser Herbst

Kirchenasyl: Antwortschreiben von LH Haslauer aus Salzburg

Zahl: 13101-A/12/121-2018

Sehr geehrte Frau Dr. Scholl!

Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 8. Juli 2018, welches ich erst heute beantworten kann.

Ganz grundsätzlich möchte ich zu dieser Angelegenheit festhalten, dass ich mich politisch bemühe, auf Bundesebene eine entsprechende gesetzliche Regelung zu erreichen. In diesem Zusammenhang – Asylwerbende in der Lehre – ist es erforderlich, dass das Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz novelliert wird und ein zusätzlicher Aufenthaltstitel für Lehrlinge, jenem von Studierenden und Schülern nachgebildet, in das Gesetz aufgenommen wird. Unter dieser Voraussetzung wäre es möglich, dass jene Asylwerbende, die einen negativen Asylbescheid erhalten, aber bereits in einem aufrechten Lehrverhältnis sind oder nach negativem Asylbescheid in ein Lehrverhältnis eintreten, um den entsprechenden Aufenthaltstitel sowie das Visum ansuchen können, um ihre Lehre zu beenden. Der Aufenthaltstitel muss nachweislich an einen entsprechenden Lehrerfolg geknüpft sein. Mir ist es besonders wichtig, dass es zu keiner Vermischung von Asyl und legaler Migration kommt, da dies zwei grundverschiedene Regelungsbereiche sind. Ich darf aber auch um Ihr Verständnis ersuchen, dass ich nach geltender Rechtslage auch als Landeshauptmann nicht die Möglichkeit habe, in die Verfahren einzugreifen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wilfried Haslauer

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Dr. Wilfried Haslauer

Landeshauptmann

PF 527, Chiemseehof, A-5010 Salzburg

Tel: +43 662 8042-2330

Fax: +43 662 8042-2162

E-mail: haslauer@salzburg.gv.at

Diese Art Politik wollen wir nicht – OMAS GEGEN RECHTS in Innsbruck

„Wir waren da, wir waren bunt und laut – und die Reaktionen der jungen Leute waren überwältigend! Ständig Fragen beantworten, für Fotos posieren, Infoblätter verteilen. Das erste neue Mitglied hat sich auch schon angemeldet!“ berichtet Carola begeistert von der Demo in Innsbruck am Donnerstag. Die Tiroler Tageszeitung vermisste den „Schwarzen Block“, zu wenig Action, alles ganz friedlich! Aber die TTZ erwähnte, dass die OMAS GEGEN RECHTS von den Demo-Teilnehmer*innen lautstark begrüsst worden sind!

Tiroler Tageszeitung mit ‚APA-Video: LINK

Die Fotos mit Dank an Carola S. und Fotos und Videos von Tirol TV, vom Standard und von der Tiroler Tageszeitung:

Foto von der Tiroler Tageszeitung:

Sommer, Ferien, OMAS Aktiv!

Drei Ereignisse bzw. Veranstaltungen gestern und heute, an denen die OMAS GEGEN RECHTS teilgenommen haben.

  1. „Aktion Brücke der Freundschaft“
    Gestern fand die Aktion „Brücke der Freundschaft“ in Bad Radkersburg/Gornja Radgona statt.
    Dieses kulturpolitische Statement wurde von der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik
    als Antwort auf die vom Innenministerium initiierte Aktion „ProBorders“ in nur wenigen Tagen
    organisiert. Österreichische und slowenische Künstler_Innen setzten mit Performances,
    Lesungen, Musik, Fotos und Reden ein kulturpolitisches Statement.

Die OMAS GEGEN RECHTS beteiligten sich nicht nur durch ihre Anwesenheit, sondern auch
durch das OMA-Lied an dieser Aktion. Das beinahe mediterriane Klima und das Miteinander vor, auf und nach der Brücke, vor und nach
der Grenze, wird uns in guter Erinnerung bleiben.

Danke Christine, Gertraud, Heinz, Helga, Inna, Magdalena, Traudl und Sonja!  P.S. Leider fanden wir im heutigen Bericht in der Kleinen Zeitung keine Erwähnung!

 

2. Offener Brief an Landeshauptmann Haslauer zu Kirchenasyl ist gestern an den Landeshauptmann und an den Erzbischof ergangen. siehe Beitrag

3. Pressekonferenz zum Kirchenasyl von Ali Wajid heute nachmittag:  OMAS GEGEN RECHTS jetzt bei der Pressekonferenz in Salzburg zum gewährten Kirchenasyl. Der Schutzsuchende wartet derzeit auf die Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung des Rechtsmittels an den VerwGH, wie sein Anwalt Dr. Perner ausführt. Währenddessen seitens des BFA Schritte zur Abschiebung von der Behörde gesetzt werden, obwohl er eine Lehre in einem Mangelberuf macht. Im Falle der Abschiebung wäre eine Rückkehr nicht möglich, da ihn in Pakistan massive Bedrohung erwartet. Auch heute erfolgte wieder eine Bescheidzustellung.

Liebe OMAS wir bleiben dran. Es soll nicht nur für diesen jungen Mann eine Lösung gefunden werden, sondern generell ein humanes Vorgehen in solchen Fällen mit den Behörden vereinbart werden.

Wir waren sehr, sehr viele!

Es gab schon viele grosse Demos in Wien, aber die heutige gehört wohl zu den Beeindruckendsten, so wie auch das Lichtermeer vor vielen Jahren! Auch die Präsenz und das Engagement der OMAS war beeindruckend. Der OMA-Block war mit zwei Transparenten, mit 150 Fähnchen ausgerüstet und es gab grosse OMA-Hauben auf der Stange. Dies hat sehr geholfen, den OMA-Block zusammen zu halten, denn das Gedränge war enorm und zeitweise beängstigend. Vorab hatten die Veranstalter verkündet, es werden 30 000 Teilnehmer*innen sein, es waren dann  120 000!!! Der Zug war unendlich lang und als die OMAS bereits durch die Neubaugasse gingen, wurde durchgesagt, dass immer noch Busse ankommen aus den Bundesländern.  Der Demonstrationszug sollte um 15:00 beendet sein und die Schlusskundgebung beginnen am Heldenplatz. Der OMA-Block war recht weit vorne im Aufmarsch, aber wir kamen erst nach 16:30 Uhr durch das Burgtor. Danach strömten die Massen bis 17:30 immer noch von der Mariahilferstrasse kommend herein. Ein 12 Stunden-Arbeitstag und womöglich eine 60 Stunden-Woche ist sicher nicht das, was sich die Menschen in Österreich für ihre Zukunft wünschen! Der OMA-Block zog singend mit dem OMA-Lied durch den 7. Bezirk und viele winkten uns von der Seite und von den Fenstern zu. Die Stimmung war absolut friedlich, aber die enorme Anzahl von Menschen, die mitmachten zeigte die Entschiedenheit der arbeitenden Menschen, denn das, was die Regierung vorhat, das wollen wir alle nicht! Auch die OMAS GEGEN RECHTS wollen das nicht  für die Kinder und Enkelkinder und deshalb machen wir Widerstand!

Mit Dank an Christine Klein, Petra Jens, Mona Grass, Rainer Mayerhofer, Peter Heinz Trykar, Gerti Mayer, Friedmund Maria Kumrow, Maria Moritz für sooo viele Fotos!

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