Nur Frauen im Parlament und 1 Jahr OMAS GEGEN RECHTS

Mit Dank an Elisabeth Anna Waldmann für das Foto!

Anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht gab es eine Einladung für Frauen, alle Sitze im österreichischen Parlament mit Frauen zu  besetzen. Eine wunderbare Utopie! Die OMAS GEGEN RECHTS waren auch zahlreich vertreten. Es gibt einige Bildberichte davon in verschiedenen, auch in ausländischen Medien.

Zeitgleich dazu gab es eine Pressekonferenz der OMAS GEGEN RECHTS zum Jubiläum der OMAS – 1 Jahr Gründung der Plattform OMAS GEGEN RECHTS!

Zum Nachlesen:

Mein Bezirk

Sueddeutsche Zeitung

Kurier

Standard

Die Presse

Dazu noch eine superschöne Fotostrecke mit Porträts von OMAS bei VICE

 

8. November – es ist wieder Donnerstag!

Innsbruck: Treffpunkt 18:00 Annensäule, Innsbruck

Maria Theresienstrasse 18, 6020 Innsbruck

Klagenfurt: Treffpunkt 18:00 am Neuen Platz

Linz: Treffpunkt 18:00, Volksgarten

Wels: Treffpunkt 19:00 Pollheimerstrasse

vor dem Jüdischen Mahnmal im Pollheimerpark

Wien: Treffpunkt  17:00 (!!) Polizeianhaltezentrum

1090, Rossauer Lände 9, bei der Rossauer Brücke

Am 8. November ist wieder Donnerstag! Es ist unser sechstes Date und wir werden wieder sagen:

„Wir sind jetzt zusammen!“

Nämlich früher! Wir treffen uns diesmal bereits UM 17 UHR vor dem Polizeianhaltezentrum an der Roßauer Lände. Viele von uns kennen den Ort von Demonstrationen gegen Abschiebungen, aber an diesem Donnerstag sind wir auch und vor allem dort, um an die Tausenden von Wiener Jüdinnen und Juden zu gedenken, die im Zuge der Novemberpogrome am 9. und 10. November 1938 in das Polizeigefängnis an diesem Ort verschleppt wurden.

Anschließend gehen wir in einer Demonstration zum Parlamentsgebäude am Dr.-Karl-Renner-Ring. Hier werden bei unserer Abschlusskundgebung u.a. die Autorin Julya Rabinowich sowie Benjamin Hess von Jüdische österreichische HochschülerInnensprechen.

Auf zwei weitere Veranstaltungen wollen wir hinweisen:

Am gleichen Abend findet der Gedenkmarsch Light Of Hope – 8. November 2018 statt, mit dem der Novemberpogrome gedacht wird. Für all jene, die sich dem Marsch anschließen wollen: Treffpunkt ist um 19 Uhr am Heldenplatz.

Am nächsten Tag findet ab 18 Uhr am ehemaligen Aspangbahnhof, von wo aus zehntausende österreichische Jüdinnen und Juden in Vernichtungslager transportiert wurden, die Mahnwache und Kundgebung Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus! statt.

PETER TURRINI WILL ÖSTERREICH NICHT DEN RECHTEN ÜBERLASSEN

DEMOKRATIE HEISST NICHT, ALLES ERTRAGEN ZU MÜSSEN – DEMOKRATIE HEISST AUCH WIDERSPRUCH
Peter Turrini hat bei einer Veranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs im Palais Epstein eine erinnerungswürdige Rede gehalten.
Die zunehmende Verrohung hat laut Turrini auch die Grenzen des Sagbaren erweitert: Ängste vor Geflüchteten, Hass auf Migranten werden geschürt. Turrini hat auch eine Vermutung, wo diese Gefühle herstammen. „Die verdächtigen Eigenschaften, die Menschen bei anderen Menschen, hauptsächlich Fremden, wahrnehmen, schlummern zumeist in ihnen selbst“, glaubt er.

Müssen wir das nun tolerieren?, fragt Peter Turrini. Muss Demokratie Hassreden und Lügen aushalten? Nicht zwingend. Reden und diskutieren soll man immer – sich mit Hass auf Minderheiten und Schwache abfinden, muss man aber nicht:

„Wir müssen einander aushalten und miteinander reden, notfalls mit gehobener Lautstärke und aller Leidenschaft. Aber diese Wollust der Ausgrenzung, ja der Vernichtung, die derzeit gegenüber dem anderen und dem Andersartigen mehr und mehr aufbrodelt, die müssen wir nicht ertragen – die müssen wir bekämpfen.“

PETER TURRINI WILL ÖSTERREICH NICHT DEN RECHTEN ÜBERLASSEN
„An der Entwicklung in diesem Land leide ich besonders“, gesteht Turrini. „Es ist ja auch mein Land. Als Sohn eines italienischen Einwanderers, welcher nie so recht in der deutschen Sprache ankam und es nicht bis an den Stammtisch der Einheimischen schaffte, habe ich lange genug gebraucht, dieses Land als mein Land zu empfinden. Ich will es mir von einem adrett zugerichteten jungen Mann in der Bundeskanzlerpose und von einer Horde Burschenschafter in Ministerbüros nicht mehr nehmen lassen.“ Die Regierung, so Turrini, betreibt falsche Umverweilung von unten nach oben. Die Gewinner sind die, die ohnehin viel haben – für sie macht die ÖVP Politik. Und die FPÖ? Die macht in der Zwischenzeit aus Österreich einen autoritären Staat:

„Die rechten Regierungen nehmen den Schwächeren etwas weg und geben es den Stärkeren. […] Wie bei einem geplanten Coup ging man arbeitsteilig vor: Jeder hat seine Aufgabe und nachher teilt man die Beute. Herr Kurz bekam die Wirtschaft und schafft ein echtes Wirtschaftswunder für die Reichen. Und Herr Strache bekam die Polizei, das Militär, die Geheimdienste und sorgt seitdem dafür, daß wir uns tatsächlich wundern, was alles möglich ist.“

Die gesamte Rede: LINK

Es war wieder Donnerstag!

Am Donnerstag 1. November gab es wieder eine Donnerstagsdemo in Wien und an anderen Orten in Österreich. Der Zulauf war sehr toll, der Treffpunkt Albertinaplatz in Wien war voll, die Ringstrasse war voll und der Ballhausplatz gesteckt voll! Es gab viele neue Plakate, Transparente und Slogans. Die Anlässe durch die derzeitige Regierung gehen leider nicht aus. Einen Spruch fand ich besonders wichtig: Nie Wieder Ist Jetzt!

Bei der Abschlusskundgebung am Ballhausplatz haben die Zeitzeugin, Kunstkritikerin und Kuratorin Angelica Bäumer, der Autor Doron Rabinovici, Irina Spataru vom Verein Romano Centro, der Autor Samuel Mago (Edition Exil), die Journalistinnen Nicole Schöndorfer und Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer von AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leiterin Frauenhelpline gegen Gewalt(0800/222 555), Alischer und Asia, Aktivist*innen von Queer Base – Welcome and Support for Lgbtiq Refugees, die Künstlerin und Autorin Belinda Ade Kazeem, die Menschenrechtsaktivistin Mahsa Ghafari sowie Moira, Aktivistin bei Watch The Med – Alarmphone gesprochen.

Mit Dank an do!, Christine Klein, Monika Salzer und Caroline Koczan für die Fotos!

100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

Nur wenige wissen, wann das Frauenwahlrecht, sowohl das aktive als auch das passive (als Kandidatin gewählt werden können) eingeführt wurde. Es wurde mit der Ausrufung der Republik nach dem 1. Weltkrieg am 12. November 1918 eingeführt.

Die deutschsprachigen Abgeordneten des letzten Reichsrats der Monarchie waren am 21. Oktober 1918 als provisorische Nationalversammlung der deutschen Abgeordneten in Wien zusammengetreten. In den folgenden Tagen löste sich die Habsburger Doppelmonarchie de facto auf. Am 30. Oktober 1918 wählten die deutschen Abgeordneten den Staatsrat als Exekutivausschuss, der die Staatsregierung Renner I für das von der Versammlung vertretene deutsche Sprachgebiet berief.

Am 12. November 1918, dem Tag nach der Verzichtserklärung des Kaisers und der Enthebung seiner letzten Regierung, riefen sie auf Grund eines Beschlusses der Provisorischen Nationalversammlung vom 11. November die deutschösterreichische Republik aus und beschlossen das Gesetz über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich.

In diesem Gesetz über die Staats- und Regierungsform von „Deutschösterreich“, ab 21.Oktober 1919 nur „Republik Österreich“, war das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen, aktiv und passiv enthalten.

„Anfänglich zum nicht geringen Schrecken der bürgerlichen Abgeordneten, deren Parteien sich bis dahin ohne Ausnahme gegen das Frauenstimmrecht ausgesprochen hatten.“ So die Worte Karl Renners, der 1918 in seinem Entwurf für eine provisorische Verfassung der Republik Deutsch-Österreich diesen Passus dem politischen Gegner „untergejubelt“ hatte.

Die am 16. Februar 1919 gewählte Konstituierende Nationalversammlung für Deutschösterreich war das erste von Frauen und Männern in freier und gleicher Wahl berufene Parlament in der Geschichte Österreichs.

Wann bekamen Frauen das Wahlrecht – weltweit:  Liste der Länder mit dem Datum, wann das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde.

Dazu der Bericht der Ringvorlesung zum Thema an der Universität Innsbruck, mit Vortrag von Gabriella Hauch (Uni Wien)

Der Vortrag von Gabriella Hauch als VIDEO

Quellen:

Austria Forum: https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Deutschösterreich

Der Kampf um das Frauenwahlrecht, Renner Institut, https://www.renner-institut.at/fileadmin/frauenmachengeschichte/wahlrecht/wahlrecht.htm   

Donnerstagsdemo am 25.Oktober in Wien

Die OMAS GEGEN RECHTS treffen sich am 25.10. 2018 zur nächsten Donnerstagsdemo

am Schwedenplatz, neben dem Eissalon um 19:00 Uhr.

Wer möchte kann schon um 18:00 beim Urban Moritz Platz sein und die Aktion in der U6 mitmachen.

Alle marschieren dann vom Schwedenplatz bis zum Praterstern!

Herbstprogramm aktualisiert

Die OMAS GEGEN RECHTS haben das Herbstprogramm aktualisiert und das Programm für die Vienna Art Week konnte finalisiert werden.

Wir freuen uns ihnen/dir beides vorstellen zu können!

Das Detailprogramm der Vienna Art Week: Widerstand im Paradies Vienna Art Week

Das Herbst Programm: Herbstprogramm 4-2018

 

Jour Fixe am 10.10.2018

Eingeladen war Stephan Schulmeister, Universitätsprofessor und Ökonom, Buchautor zum Thema “ Was kann die Wirtschaft?“.

Der Saal im Albert Schweitzer Haus war recht gut gefüllt und wir sahen viele neue Gesichter, viele, die an der Expertise von Stephan Schulmeister  und der derzeitigen Situation der Weltwirtschaft interessiert waren.

Schulmeister erklärte sehr verständlich, was 2008 passiert war,  wie lange der Neoliberalismus von Hajek und seinen Nachfolgern vorbereitet worden war und wie sehr er die Köpfe aller erobert hat, der Menschen, der Intellektuellen, der Politiker*innen, der Wissenschaftler*innen. Daher seine nicht sehr optimistische Sicht, dass es auch sehr lange dauern wird, um diese Sichtweise wieder aus den Köpfen der Menschen zu entfernen: Alles lebt von der Konkurrenz, die Märkte regeln alles, daher Freiheit für die Märkte, keine Regeln für die Finanzmärkte, möglichst wenig Eingriffe des Staates, Individualisierung und Risikogesellschaft, Abbau des Sozialstaates. Das liest sich wie das Regierungsprogramm unserer Regierung  – oder?

Es gab nach den Ausführungen Schulmeisters eine sehr engagierte und lebendige Diskussion und Stephan Schulmeister regte auch an, sein neues Buch zu kaufen:

„Der Weg zur Prosperität“, ecowin Verlag 2018 (siehe LINK)

 

Wir sind do! Donnerstagsdemo erfolgreich wiederbelebt!

Es war schon auf dem Weg zum Ballhausplatz zu bemerken, viele, sehr viele Menschen waren in der selben Richtung unterwegs. Viele junge Leute, viele Familien mit Kindern drängelten sich von der Ringstrasse zum Ballhausplatz hin. Bereits um 18:00 war es vor der Bühne komplett voll und auch viele, viele OMAS GEGEN RECHTS mit unseren schwarz – weissen Plakaten. Je näher man/frau kam desto besser konnte man die Protestsängerinnen hören, bella ciao, ciao, ciao. Die privaten Veranstalter*innen hatten Tolles geleistet, eine Bühne aufstellen lassen und sehr erfolgreich für die Veranstaltung geworben.

Erster Höhepunkt war dann die Ansprache von Monika Salzer, sehr pointiert, sehr kritisch, sehr scharf die Situation darstellend. Wir stehen neuerlich davor, einen Faschismus unser Land, unsere Gesellschaft beherrschen zu lassen. Das wollen wir OMAS GEGEN RECHTS nicht zulassen. Monika Salzer rief dann auch noch dazu auf, das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben! Hingehen – bis inklusive Montag 20 Uhr!!! Bitte auch noch fleissig weiter sagen!

Vertreter*innen von Migranten*innen, Flüchtlingen, Schüler*innen, LGBTI-Gruppen kamen ebenfalls zu Wort. Michaela und Vera von der Armutskonferenz wiesen besonders auf die Auswirkungen des Sozialabbaus für von Armut bedrohte und behinderte Menschen hin. Ja, zwei Rollstuhlfahrer kamen auf der Bühne zu Wort, sprachen über ihre Empörung, dass die Regierung nicht gewillt ist, die Behindertenkonvention in Österreich endlich umzusetzen, sondern die Situation von behinderten Menschen nur noch prekärer zu machen.

Wir sind 20 000, ging der Ruf durch die Menge! Ein tolles Ergebnis und ein toller Anfang! Nächsten Donnerstag soll wieder marschiert werden und so manche OMA hat das begrüsst. Standfestigkeit bei OMAS GEGEN RECHTS ist sehr in Ordnung, aber im OMA-Alter ist das stundenlange Stehen schon schwierig. Also für nächsten Donnerstag: „Wieder Donnerstag. do!“ Hinkommen und Mitgehen am Donnerstag 11. Oktober!  (Treffpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben)

Hier das Video mit Dank an Renate Sassmann:  LINK

Pressemeldungen:  diepresse  derStandard

ORF:   Wien-heute

Puls 4: News Puls4

Die ersten Fotos:

 

Erklärung an die Jugend Europas

Proklamation der OMAS GEGEN RECHTS

Nicht gehaltene Rede von Monika Salzer anlässlich der Demonstration Salzburg #noS20-Demo am 20.9.2018

Abschlusskundgebung

Liebe junge Menschen,

Wir sind die OMAS GEGEN RECHTS und wir protestieren heute mit Euch Seite an Seite gegen die EU-Flüchtlingspolitik. Uns hindert unser Alter nicht, laut unsere Stimme zu erheben, wenn es um den Tod von tausenden Menschen geht. Uns hindert unser Alter nicht, solidarisch zu sein mit euch, Eurem Leben und Eurer Zukunft. Uns hindert unser Alter nicht, auf die Straße zu gehen. Ihr steht auf der richtigen Seite, auf der Seite des Lebens, des Mitgefühls, auf der Seite der Gerechtigkeit. Wir wollen gemeinsam eine solidarische menschliche Welt.

Die EU steht heute am Gipfel. Sie schaut auf das weite Land, neben ihr das Gipfelkreuz. Am Gipfel sieht man nicht viel außer andere Gipfel, weit abgehoben vom Tal der Tränen. Am Gipfel bereiten fast ausschließlich Männer, umgeben von Gipfelluft, den Krieg vor. Es ist zuerst der Krieg gegen die Flüchtlinge und Armen, dann der Krieg gegen einander um die letzten Reserven der Welt. Der Neoliberalismus zeigt seine hässlichste Fratze. Es sei nicht genug für alle da. Die müssen halt leider im Meer ertrinken, während wir Gipfelmahlzeit halten.

Wie sollen wir jemals unseren Enkelkindern erklären, was im Mittelmeer stattfindet oder stattgefunden hat? Am Gipfel ist gut reden, palavern, diskutieren ohne Gefühl, nur reine Taktiken werden entwickelt und die beste ist ja die Sündenbocktaktik, die lenkt von allem ab. Aber im Tal der Tränen? Wortlos schauen wir zu und finden die Worte nicht für unsere Kinder. Warum, OMA, warum? Ja, warum?

Das Gewissen Europas ist im Mittelmeer ertrunken und damit wird auch die Zukunft unserer Kinder nicht dieselbe sein. Das Mittelmeermassaker ist der Beginn einer neuen Ära, die sich wie Blei anfühlt. Im schönen Mittelmeer, in dem unsere Kinder schwimmen, liegen tausend Leichen.

Eine der wesentlichen Grundlagen der 2. Republik ist der Antifaschismus, geboren aus den Gräueln des Krieges. Nun zerstören wieder Faschistinnen und Faschisten unser Land und Europa und allen voran: Österreich.

Wir wollen gemeinsam allen zeigen, dass wir das nicht hinnehmen und zur Gipfeljause übergehen.

Wir nehmen es nicht hin, dass die Menschenrechte gebeugt und verraten werden, wir nehmen es nicht hin, dass Europa nicht mehr wert sein soll als eine billige Kulisse für Reichtum und Erfolg, wir nehmen es nicht hin, dass unsere Kinder belogen werden.

Ja, im Mittelmeer liegen tausende Leichen. Einige wenige Heldinnen opfern sich dafür auf, dass es nicht noch mehr werden. Das ist die gute Geschichte.

PDF-Download Erklärung an die Jugend Europas